| www.widerstreit-sachunterricht.de/Ausgabe Nr.5/Oktober 2005 | |||||
Fritz Siemsen
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Zum Text von Martin Wagenschein |
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| "Obscurum per obscurius"
Oft wird die elektrische Ladung mit Elektronen oder die Mondphase im heliozentrischen Weltbild erklärt. Abstrakt gesagt: etwas Dunkles wird durch etwas erklärt, was noch viel dunkler ist: Elektronen sind sehr rätselhafte Strukturen, deren Verhalten unserer Logik zu widersprechen scheint. Außerdem liegt ein Kreisschluss vor, wenn man die elektrische Ladung eines Körpers mit der Elektronenladung erklärt. Und wer kennt denn schon Beweise für das heliozentrische Weltsystem? Außerdem wird viel zu viel Überflüssiges ins Spiel gebracht. Es ist so, als ob Sie jemanden nach dem Weg zum Bahnhof fragen, und der erzählt Ihnen zuerst ausführlich vom Geburtstag seiner Oma. Um die Mondphasen zu verstehen genügen ein Kopf oder Ball, die Sonne und vielleicht noch der Mond. Und es ist egal, ob wir auf der Erdkugel oder einer Wiese stehen. |
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| "Denke selbst!" man gönnt sich ja sonst nichts. Gegen den Missbrauch moderner Modelle hilft Wagenscheins Idee des genetischen Unterrichtes. Über den Mond physikalisch denken ist zwar etwas anders als das Singen der Dichter, jedoch ist das physikalische Denken dem Alltagsdenken (dem Denken der Handwerker und Bastler: aus einem Stoff wird etwas geformt) sehr ähnlich. Allerdings gibt es eine Ausnahme: nicht viele Ursachen (z. B. "Freitag, der 13." oder "leichte Gase steigen nach oben") sind zugelassen, sondern eigentlich nur eine (bei Descartes: der Druck, die Luft unter dem Ballon drückt den Ballon hoch). |
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| Was aber bleibt?
Also zufrieden lehnt sich der Dozent zurück: der Mond ist ein wirklich
erstaunliches Naturphänomen, die Studierenden haben wirklich die Phänomene mit dem Denken,
das sie auch für ihre Urlaubsgestaltung benutzen, erforscht, während der Dozent Scheinwissen
verständnisvoll mit sokratischen Fragen aufgelöst hat. Obscurum per obscurius. Wagenscheins genetisches Prinzip wird also nach meiner Erfahrung nicht durch
einen größeren Wissenszuwachs gerechtfertigt. Der genetische Weg aber ist der, auf dem der
Lernende eine Chance hat, wirkliches Denken zu erleben. Denn es scheint ja so, dass der heutige
Sprachgebrauch Denken und Meinen vermischt. Während man vor 40 Jahren sagte: "Ich meine,
rot steht dir!", heißt es seitdem "Ich denke, rot steht dir!". Offenbar ist den
Meisten das Glücksgefühl des eigenen Denkens unbekannt. |
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| Kommentare zur Messung des Sonnendurchmessers Anaxagoras 500 v Chr.
Anaxagoras: Wir machen interessante Physik. |
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