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www.widerstreit-sachunterricht.de/Ausgabe Nr.4/März 2005 |
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Prof. Dr. Wolfgang Klafki
"Allgemeinbildung in der Grundschule als Bildungsauftrag des Sachunterrichts" *
* Erstmals erschienen in: Lauterbach, Roland/ Köhnlein, Walter/ Spreckelsen, Kay/ Klewitz, Elard (Hrsg.) (1992): Brennpunkte des Sachunterrichts (Probleme und Perspektiven des Sachunterrichts, 3). Kiel: IPN; GDSU, S. 11-31
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Zu den Kommentaren: |
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Joachim Kahlert
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Gerhard Löffler |
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Kerstin Michalik |
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Detlef Pech |
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Ute Stoltenberg |
Vorbemerkungen
Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren!
Zunächst möchte ich Ihnen meinen Glückwunsch dazu aussprechen, daß Sie auf dieser
Tagung die Gesellschaft für die Didaktik des Sachunterrichts gründen werden.
Der Aufbau eines solchen kontinuierlichen Forums zur wechselseitigen Information,
zum Austausch, zur kontroversen Diskussion und zur Konsenssuche über Forschung,
Theoriebildung und Praxis im komplexen Feld des Sachunterrichts - der m.E., wenngleich
immer noch unzulänglich, eigentlich mindestens durch die Doppelformel
"Sach- und Sozialunterricht" gekennzeichnet werden sollte - war seit langem mehr als
wünschenswert, vielmehr dringend erforderlich. Denn es handelt sich, wenn ich recht sehe,
beim Sachunterricht der Grundschule um den Unterrichtsbereich, der, verglichen mit den anderen
Feldern des Grundschulunterrichts und den Fächern oder fächerübergreifenden
Unterrichtsdisziplinen aller anderen Schulstufen, den höchsten Grad an Komplexität aufweist.
Didaktik des Sachunterrichts ist daher nach meiner Auffassung eines der schwierigsten
Aufgabenfelder unter allen Fach- und Bereichsdidaktiken überhaupt, wenn nicht gar das
schwierigste, damit freilich, für anspruchsvolle Leute, auch eines der interessantesten.
Und weil Sachunterricht und die Ansprüche an eine Didaktik des Sachunterrichts so hochkomplex
sind, deshalb ist ein Diskussions- und Entwicklungsforum, wie Sie es mit Ihrer Gesellschaft
schaffen wollen, so sehr vonnöten.
Wenn die Initiatoren dieser Veranstaltung mich als einen Vertreter der Allgemeinen
Erziehungswissenschaft und der Allgemeinen Didaktik nun aufgefordert haben, am Eröffnungstage
einen Vortrag zu halten, so deute ich das als Ausdruck der Überzeugung, daß Fach- oder
Bereichsdidaktiken das Gespräch mit der Allgemeinen Didaktik brauchen, weil in ihnen, den
Fach- und Bereichsdidaktiken selbst, implizit oder explizit immer schon Elemente didaktischer
Theorie enthalten sind, die über das jeweilige Fach, den jeweiligen Unterrichtsbereich
hinausweisen. Fach- und Bereichsdidaktiken können nicht ausschließlich aus sich selbst heraus,
schon gar nicht allein aus ihrem Verhältnis zu ihren jeweiligen sogenannten Bezugswissenschaften
begründet werden. Allerdings liegt mir von vornherein daran, auch die Umkehrung zu betonen:
Allgemeine Didaktik ist überhaupt nicht denkbar oder bleibt formal und unfruchtbar, wenn
sie die Fach- und Bereichsdidaktiken nicht ständig als einen der unverzichtbaren Quellgründe
ihres Denkens und als ständige Erprobungs- und Korrekturfelder ihrer generalisierenden Aussagen
und Konzepte ernst nimmt. Ich habe diese Auffassung schon vor jetzt genau 30 Jahren vertreten1.
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Bildungstheoretische Grundlagen
Der Titel meines Vortrages deutet an, daß ich nach wie vor von folgender
Grundauffassung ausgehe: Ich halte es sowohl für theoriegeschichtlich als auch für
systematisch gut begründet, nach wie vor am Bildungsbegriff als übergreifender
Orientierungskategorie für pädagogisches Denken und pädagogische Praxis, zumal für die
Didaktik festzuhalten. An dieser Stelle kann ich das nicht ausführlicher erläutern.2
Ich beschränke mich vielmehr darauf, folgendes in Erinnerung zu rufen: Der Bildungsbegriff
und seine Auslegung als "Allgemeine Bildung" ist - von Grundgedanken der europäischen
Aufklärungsbewegung ausgehend - in der Theorie- und Realgeschichte der Pädagogik im
deutschsprachigen Raum erstmalig etwa im Zeitraum zwischen 1770 und 1830/40 zu einem
Zentralbegriff pädagogischer Reflexion geworden. In der Folgezeit lassen sich dann neben einer
Entwicklungslinie, die man im wesentlichen als Verfallsgeschichte jenes "klassischen"
Bildungsbegriffs bezeichnen muß, auch Versuche des Weiterdenkens der ursprünglichen
Denkimpulse beobachten, in unserem Jahrhundert vor allem in der Geisteswissenschaftlichen
Pädagogik vor und nach der Zeit nationalsozialistischer Herrschaft.
Nun galt man in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten, wenn man jene Ansätze weiterzuverfolgen
versuchte, etlichen Zeit- und Zunftgenossen allerdings als historisch etwas
zurückgeblieben. Hier zeichnen sich seit einigen Jahren offensichtlich Wandlungsprozesse ab.
Gewiß kann es nicht darum gehen, die klassischen Bildungskonzepte unhistorisch und
unkritisch einfach fortschreiben zu wollen. Es gilt vielmehr, sie konstruktiv auf die
Bedingungen und Möglichkeiten unserer Zeit hin weiterzudenken und dabei auch die Grenzen
der "klassischen" Vordenker zu überwinden, etwa die Schwächen jener Theorien hinsichtlich
der Analyse des Zusammenhanges zwischen Bildung und politisch-gesellschaftlichen Verhältnissen
oder die einseitige Konzentration der bildungstheoretischen Klassiker auf die männliche
Hälfte der Menschheit.
Im Sinne der kritischen und konstruktiven Anknüpfung an das aufklärerische und das
klassische Bildungsdenken lege ich den Begriff der Bildung als Allgemeinbildung bzw.
allgemeine Bildung heute in zweifacher Dimensionierung aus, und zwar für alle Bildungsstufen,
von der vorschulischen Erziehung und der Grundschule bis zur Erwachsenenbildung:
In einer ersten Dimension muß Allgemeinbildung heute m.E. als Zusammenhang von
Selbstbestimmungs-, Mitbestimmungs- und Solidaritätsfähigkeit ausgelegt werden:
- als Fähigkeit zur Selbstbestimmung jedes einzelnen über seine individuellen
Lebensbeziehungen und Sinndeutungen zwischenmenschlicher, beruflicher, ethischer,
religiöser Art;
- als Mitbestimmungsfähigkeit, insofern jede und jeder Anspruch, Möglichkeit
und Verantwortung für die Gestaltung unserer gemeinsamen kulturellen, gesellschaftlichen
und politischen Verhältnisse hat;
- als Solidaritätsfähigkeit, insofern der eigene Anspruch auf Selbst-
und Mitbestimmung nur gerechtfertigt werden kann, wenn er nicht nur mit der
Anerkennung, sondern mit dem Einsatz für diejenigen und dem Zusammenschluß
mit ihnen verbunden ist, denen eben solche Selbst- und Mitbestimmungsmöglichkeiten
aufgrund gesellschaftlicher Verhältnisse, Unterprivilegierung, politischer
Einschränkungen oder Unterdrückungen vorenthalten oder begrenzt werden.
Auch in der zweiten Dimension ergibt sich eine Bedeutungsdifferenzierung
dreifacher Art. Bildung muß verstanden werden
- als Bildung für alle; die Grundschule und die Gesamtschule sind,
schulorganisatorisch gesehen, bislang die konsequentesten Formen der Annäherung an
dieses Prinzip;
- als Bildung im Medium des Allgemeinen, d.h. als Aneignung der die Menschen
gemeinsam angehenden Frage- und Problemstellungen ihrer geschichtlich gewordenen Gegenwart
und der sich abzeichnenden Zukunft sowie als Auseinandersetzung mit diesen gemeinsamen
Aufgaben und Problemen und den in ihnen steckenden Gefahren und Möglichkeiten;
- als Bildung in allen Grunddimensionen menschlicher Interessen und Fähigkeiten, also
- der kognitiven Möglichkeiten,
- der handwerklich-technischen Produktivität,
- der Ausbildung zwischenmenschlicher Beziehungsmöglichkeiten,
m.a.W.: der Sozialität des Menschen,
- der ästhetischen Wahrnehmungs-, Gestaltungs- und Urteilsfähigkeit,
- schließlich und nicht zuletzt der ethischen und
politischen Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit.
Ich unterstreiche noch einmal: Dieses Bildungsverständnis müßte m.E.
auch als Orientierungsmaßstab für die Grundschule und damit für die Grundschuldidaktik
anerkannt werden. Ich halte es also für möglich und für notwendig, eine Vorstellung von
kindlicher Bildung - hier speziell im Blick auf das Grundschulalter - zu entwickeln, m.a.W.
eine Vorstellung von jenen Möglichkeiten des Welt- und des Selbstverstehens und einer
darauf gestützten Handlungsfähigkeit, die heutige Kinder unter den Bedingungen unserer Zeit
und im Blick auf die vorhersehbare Zukunft mit angemessener pädagogischer Hilfe entwickeln
können und entwickeln sollten und die ihnen die weitere Entwicklung auf nachfolgenden
Bildungsstufen offenhalten, Selbstverständlich ist diese Auffassung nur haltbar, wenn
gezeigt werden kann, daß und wie jene allgemeinen Bestimmungen auf die Bedingungen
von Kindern des Grundschulalters hin ausgelegt werden können: zum einen auf die aktuellen
Erfahrungen, Bedürfnisse und Interessen von Grundschulkindern, zum anderen auf die
potentiellen Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb dieser Stufe3.
Insofern die Förderung so verstandener Bildungsprozesse durch Schulen zugleich ein
rechtsgültiger Anspruch jedes Kindes in unserer Gesellschaft und eine verbindliche Anforderung
ist und insofern die Grundschulphase eine Stufe der pädagogisch unterstützten Gesamtentwicklung
aller Kinder darstellt oder darstellen sollte, die von den Kindern als in sich selbst sinnvoll
und zugleich als Zugang zu weiteren Bildungsstufen erfahren werden kann, darf man sie treffend
auch als "Anfang der Allgemeinbildung" (Glöckel 1988, S. 18) bezeichnen oder als Stufe der
"Grundbildung" bzw. der "grundlegenden Bildung", so schon in einem der Begründungsdokumente
der Allgemeinen deutschen Grundschule (vgl. Preußische Richtlinien für die Grundschule (1921)
zit. nach Reble 1971, S. 527f.) und bis heute hin immer wieder, beispielsweise bei Ilse
Lichtenstein-Rother (Rother 1980, S. 185-195) oder, um im hier versammelten Kreise zu bleiben,
bei Walter Köhnlein (Köhnlein 1990, S. 40-60) und etlichen anderen Autoren.
Solche Bestimmungen weisen implizit oder explizit auf eine polare Beziehung hin, angesichts
derer wir unsere pädagogischen Aufgaben in Angriff nehmen müssen. Schleiermacher hat diese
Polarität von Gegenwarts- und Zukunftsbezug im pädagogischen Handeln, verstanden als Hilfe
zum selbsttätigen Vollzug bildenden Lernens, zum erstenmal in der Geschichte der pädagogischen
Theorie präzis formuliert. Ich zitiere aus seinen pädagogischen Vorlesungen des Jahres 1826:
"Die Lebenstätigkeit, die ihre Beziehung auf die Zukunft hat,
muß zugleich auch ihre Befriedigung in der Gegenwart haben; so muß auch jeder
pädagogische Moment, der als solcher seine Beziehung auf die Zukunft hat,
zugleich auch Befriedigung sein für den Menschen, wie er gerade ist. Je mehr sich
beides durchdringt, um so sittlich vollkommener ist die pädagogische Tätigkeit.
Es wird sich aber beides desto mehr durchdringen, je weniger das eine dem anderen aufgeopfert
wird." (Schleiermacher 1957, S. 48)
Natürlich kann ich in diesem Vortrag nur ausgewählte Aspekte einer Bildungskonzeption
für eine gegenwarts- und zukunftsorientierte Grundschule und in diesem Rahmen einige
Überlegungen über Bildungsaufgaben des Sachunterrichts entwickeln. Dabei beanspruche ich
größtenteils nicht, besonders originell zu sein. In meine Erwägungen sind viele Anregungen
und Argumente anderer Autorinnen und Autoren, die für Grundschulfragen und zumal für den
Fragenkreis der Didaktik des Sachunterrichts gewiß kompetenter sind als ich, eingegangen,
und ich bitte Sie zu entschuldigen, wenn ich, schon aus Zeitgründen, nur ab und an auf die
Arbeiten solcher Kolleginnen und Kollegen hinweisen kann. Schließlich: Je mehr Gesichtspunkte
ich in meiner Argumentation anspreche, die Sie als Elemente eines bereits weithin erreichten,
gut begründeten Konsenses unter den Grundschulpädagoginnen und -pädagogen und den
Vertreterinnen und Vertretern der Sachunterrichtsdidaktik einschätzen, um so lieber soll
es mir sein.
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Zwei psychosoziale Voransetzungen
Ich möchte zunächst zwei psycho-soziale Voraussetzungen hervorheben,
die in den folgenden Gedankengang eingehen.
Erstens: Schule und Unterricht - und selbstverständlich auch die Arbeit in der Grundschule -
sind unausweichlich von gesellschaftlichen Faktoren geprägt und auf sie bezogen, und
Kinder und Lehrer sind in dem, was sie an Möglichkeiten, Schwierigkeiten, Fähigkeiten,
Interessen und Problemen in der Schule zeigen, immer schon durch einen gesellschaftlich
bedingten Sozialisationsprozeß beeinflußt - nicht unausweichlich determiniert, aber eben doch
zunächst einmal vorgeprägt, und sie werden weiterhin dadurch geprägt. Jeder Versuch also,
Kinder in schulischen Lernprozessen zu fördern, muß ihre schon mitgebrachte
Gesellschaftlichkeit berücksichtigen, so insbesondere auch ihre sozial bedingt
unterschiedlichen Ausgangsvoraussetzungen und ihre Beeinflussung durch eine von starken
Reizen gekennzeichnete Lebenswelt: durch den Verkehr, das Fernsehen und andere Massenmedien,
durch zahlreiche Konsumreize usf., meistens bei gleichzeitigem Mangel an kindgemäßen, freien
Spielräumen i.w.S.d.W.
Zweitens: Kinder leben - mindestens in unserer Zeit - viel weniger naiv, in harmonischer
Einheit mit ihrer gegenständlichen und sozialen Umwelt und viel weniger in einer noch
undifferenzierten Einheit ihrer kognitiven, emotionalen, praktischen und sozialen
Möglichkeiten, als das im klassisch-reformpädagogischen Bild vom Grundschuldkind zum Ausdruck
kam. Die verschiedenen Dimensionen der kindlichen Persönlichkeit haben sich meistens
bereits zu differenzieren begonnen, und sie stehen oft in Spannung zueinander, offenbaren
Widersprüche und Unstimmigkeiten. In einem kleinen Beispiel verdeutlicht:
Man kann mit Kindern dieses Alters z.T. auf beachtlich differenziertem Niveau über
Aggressionen, ihre Erscheinungsformen, Anlässe und mögliche Ursachen sprechen, aber das
bedeutet keineswegs zugleich, daß sie ihre eigenen Aggressionen bereits praktisch
zu beherrschen vermögen, und sie wissen oft um diese Diskrepanz. (Am Rande: Ist das bei uns
Erwachsenen eigentlich prinzipiell anders?)
Die eben angesprochene Erkenntnis bedeutet einerseits, daß Kinder heute wahrscheinlich
vielfach kognitiv anspruchsvoller gefördert und gefordert werden können, als man das früher
annahm, daß ihnen Widerspruchserfahrungen die Anbahnung von kritischer Reflexion, wenn sie
anhand konkreter Beispiele und in angemessenen Verarbeitungs- und Ausdrucksformen erfolgt,
möglich machen, daß es aber zugleich schwieriger geworden ist, den Kindern dazu zu
verhelfen, ihre Möglichkeiten und Bedürfnisse in den verschiedenen Fähigkeitsdimensionen
immer wieder in eine auch sie selbst befriedigende Balance bringen zu können.
Solche Schwierigkeiten sind den Kindern natürlich nicht als Schuld anzurechnen,
und sie sind auch nicht, wie manche konservativen Zeit- und Erziehungskritiker uns
weismachen wollen, Folge allzu liberaler oder laxer Erziehung. Jene Schwierigkeiten
resultieren daraus, daß unsere Kinder - wie wir - in einer komplexen, von etlichen
Widersprüchen, z.T. hohen Anforderungen, starken externen Reizen und angsterzeugenden
Krisen gekennzeichneten Welt aufwachsen.
Jedenfalls wäre es illusorisch, Grundschule heute als Modell einer heilen Kinderwelt,
einer pädagogischen Kinderprovinz, eines abgesonderten Kindheitsschutzraumes
gestalten zu wollen. Und dennoch sollte sie ein kindgemäßer Erfahrungsraum sein, ein Raum,
in dem sie lernen können, mitgebrachte Erfahrungen zu verarbeiten, neue Gegenstands- und
Sozialerfahrungen innerhalb und außerhalb des Schulraumes zu gewinnen und zu bedenken,
vielseitiges Können zu entwickeln, Anfänge einer offenen, realistisch-kritischen, vom
Vertrauen in die eigenen Entwicklungsmöglichkeiten getragenen und handlungsbezogenen
Einstellung zu den Gegenständen und Phänomenen, den Menschen und den Verhältnissen
ihres Erfahrungsraumes aufzubauen.
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Konsequenzen aus dem bildungstheoretischen Ansatz für die Richtliniengestaltung
Die erste Orientierungsdimension eines zeitgemäßen Sachunterrichts: Epochaltypische Schlüsselprobleme
Zum damit umschriebenen Fragenkomplex möchte ich im folgenden einige
Überlegungen und Thesen vortragen. Zunächst umreiße ich einen lehrplantheoretischen
Argumentationsgang.
An früherer Stelle meines Vortrages habe ich drei generelle Bestimmungen eines zeitgemäßen
und zukunftsbezogenen Begriffs allgemeiner Bildung genannt. An die zweite und dritte Bestimmung
knüpfe ich nun an. Denn sie enthalten - so meine erste These - die beiden Leitprinzipien auch
für die inhaltliche Strukturierung des Sachunterrichts der Grundschule.
An dieser Stelle muß ich eine Zwischenbemerkung einschieben: Ich bitte Sie, das Befremden
zunächst einmal auszuhalten, das sich vermutlich angesichts des Anspruchs- und
Abstraktionsniveaus einstellen wird, auf dem ich in einem ersten Argumentationsschritt
die folgenden Aussagen formulieren muß; es geht ja um übergreifende Zielperspektiven,
und man muß die Notwendigkeit immer implizit mitdenken, daß diese Perspektiven in eine
didaktisch reflektierte Folge von Stufen übersetzt werden müssen, an deren Anfang die
Bildungsstufe des Grundschulkindes steht.
Die zweite jener generellen Bestimmungen eines neuen Allgemeinbildungsbegriffs -
Bildung im Medium des Allgemeinen - bedeutet, ein Bewußtsein von zentralen Problemen der
Gegenwart und, soweit voraussehbar, der Zukunft zu gewinnen, Einsicht in die
Mitverantwortlichkeit aller angesichts solcher Probleme und Bereitschaft, an ihrer
Bewältigung mitzuwirken. Abkürzend kann man von der Konzentration auf epochaltypische
Schlüsselprobleme unserer Gegenwart und der vermutlichen Zukunft sprechen.
Ein Aufriß solcher Schlüsselprobleme würde so etwas wie eine "Theorie des gegenwärtigen
Zeitalters und seiner Potenzen und Risiken im Hinblick auf die Zukunft" erfordern.
Hier müssen einige, freilich zentrale Beispiele genügen. Ich bedauere, sie hier nur jeweils
ganz kurz bezeichnen zu können, ohne wenigstens erste Schritte einer genaueren Analyse
anzudeuten.4 Die Reihenfolge, in der ich die Beispiele nenne, ist nicht als
Rangfolge gemeint.
Als erstes Schlüsselproblem nenne ich die Frage von Krieg und Frieden angesichts
der nach wie vor ungeheuren Vernichtungspotentiale der ABC-Waffen, aber auch konventioneller
Waffensysteme. Friedenserziehung als kritische Bewußtseinsbildung und als Anbahnung
entsprechender Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit wird eine langfristige pädagogische
Aufgabe bleiben.
Ein zweites Schlüsselproblem ist die Umweltfrage oder die ökologische Frage, d.h.
die heute mit Recht vieldiskutierte und wiederum in globalem Maßstab zu durchdenkende
Frage nach Zerstörung oder Erhaltung der natürlichen Grundlagen menschlicher Existenz
und damit nach der Verantwortbarkeit und der Kontrollierbarkeit der
wissenschaftlich-technologischen Entwicklung.
Die beiden bisher genannten Schlüsselprobleme sind vielfach und wechselseitig
verflochten mit einem dritten Problemkreis: dem rapiden Wachstum der Weltbevölkerung,
wobei dieses Wachstum fast ausschließlich durch exponentiell zunehmende Geburtenraten gerade
in den am wenigsten entwickelten, den ärmsten Ländern der Welt, bedingt ist.
Ein viertes, nach wie vor unbewältigtes Zentralproblem stellt die gesellschaftlich
produzierte Ungleichheit dar, und zwar zum einen innerhalb unserer und anderer Gesellschaften
als Ungleichheit
- zwischen sozialen Klassen und Schichten,
- zwischen Männern und Frauen,
- zwischen behinderten und nicht-behinderten Menschen,
- zwischen Menschen, die einen Arbeitsplatz haben, und denen, für die das nicht gilt,
- zwischen Ausländern und der einheimischen Bevölkerung, aber auch zwischen
verschiedenen Volksgruppen einer Nation, positiv formuliert: es geht um die Aufgabe multi-
und interkultureller Erziehung;
zum anderen geht es um die Ungleichheit in internationaler Perspektive;
das eklatanteste Beispiel dafür ist das Macht- und Wohlstands-Ungleichgewicht zwischen
sogenannten entwickelten und wenig entwickelten Ländern.
Ein fünftes Schlüsselproblem bilden die Gefahren und die Möglichkeiten der neuen
technischen Steuerungs-, Informations- und Kommunikationsmedien im Hinblick auf die
Weiterentwicklung des Produktionssystems, der Arbeitsteilung oder aber ihrer
schrittweisen Zurücknahme, der möglichen Vernichtung von Arbeitsplätzen durch
eine ausschließlich ökonomisch-technisch verstandene "Rationalisierung", der Folgen für
veränderte Anforderungen an Basis- und Spezialqualifikationen, für die Veränderung des
Freizeitbereichs und der zwischenmenschlichen Kommunikationsbeziehungen. Wir brauchen in einem
zukunftsorientierten Bildungssystem auf allen Schulstufen und in allen Schulformen eine
gestufte, kritische informations- und kommunikationstechnologische Grundbildung als Moment
einer neuen Allgemeinbildung; "kritisch", d.h. so, daß die Einführung in die Nutzung und
in ein elementarisiertes Verständnis der modernen, elektronisch arbeitenden Kommunikations-,
Informations- und Steuerungsmedien immer mit der Reflexion über ihre Wirkungen auf die sie
benutzenden Menschen, auf die möglichen sozialen Folgen des Einsatzes solcher Medien und auf
den möglichen Mißbrauch verbunden werden.
Schließlich nenne ich ein sechstes Schlüsselproblem, bei dem die Subjektivität des
einzelnen und das Phänomen der Ich-Du-Beziehungen ins Zentrum der Betrachtung rücken,
die Erfahrung der Liebe, der menschlichen Sexualität, des Verhältnisses zwischen den
Geschlechtern - jeweils in der Spannung zwischen individuellem Glücksanspruch,
zwischenmenschlicher Verantwortung und der Anerkennung des bzw. der jeweiligen Anderen.
Mein Vorschlag, die Orientierung an solchen epochaltypischen Schlüsselproblemen als eine
der zentralen inhaltlichen Dimensionen einer zeitgemäßen Allgemeinbildungskonzeption auch
für die Grundschule und hier in besonderem Maße für den sogenannten Sachunterricht zu
betrachten und sie auf ihre curricularen, methodischen und unterrichtsorganisatorischen
Konsequenzen hin durchzuarbeiten, bedarf noch einiger Erläuterungen.
Zunächst: Sicherlich umschreibt meine Aufzählung von sechs Fragenkomplexen noch keinen
vollständigen Katalog der Schlüsselprobleme, die für jene historische Epoche, in der wir
stehen und in die heutige Kinder und Jugendliche hineinwachsen, konstitutiv sind.
Aber die Anzahl solcher Schlüsselprobleme ist doch keineswegs beliebig erweiterbar, sofern
man das Kriterium beachtet, daß es sich um epochaltypische Strukturprobleme von
gesamtgesellschaftlicher, meistens übernationaler bzw. weltumspannender Bedeutung handelt,
die gleichwohl jeden einzelnen zentral betreffen. Mit dem Stichwort "epochaltypisch" wird
zugleich angedeutet, daß es sich um einen in die Zukunft hinein wandelbaren Problemkanon
handelt. Jedoch darf der Vorschlag keinesfalls als Plädoyer für das Bemühen um "Aktualität"
im gängigen, vordergründigen Wortsinne mißverstanden werden. "Aktuell" ist heute dieses,
morgen jenes; darum geht es hier wahrlich nicht!
Nun setze ich hei meinem Vorschlag voraus, daß ein weitgehender Konsens über die gravierende
Bedeutung solcher Schlüsselprobleme diskursiv - z.B. in der didaktischen Diskussion oder
in Curriculumkommissionen - erarbeitet werden kann, nicht aber, daß das auch hinsichtlich
der Wege zur Lösung solcher Probleme von vornherein notwendig ist. Im Hinblick auf die
Frage der Lösungswege ist vielmehr zu betonen: Zur bildenden Auseinandersetzung gehört
zentral die - an exemplarischen Beispielen zu erarbeitende - Einsicht, daß und warum
die Frage nach Lösungen der großen Gegenwarts- und Zukunftsprobleme verschiedene Antworten
ermöglicht, über deren Geltungsgrad freilich selbst, auch im Unterricht, rational
diskutiert werden muß.
Implizit habe ich in meinen bisherigen Aussagen bereits die Antwort auf eine naheliegende
Frage angedeutet, auf die Frage nämlich: Sind jene Fragen, die mit den Schlüsselproblemen
aufgeworfen werden, nicht Erwachsenenprobleme, liegen sie nicht jenseits des Fragen-
und Interessenhorizonts von Kindern des Grundschulalters? Die Frage zu bejahen hieße
m.E., erstens die Lebensrealität heutiger Kinder zu verkennen, zweitens aber die polare
Beziehung von Gegenwart und Zukunftsbezug im Bildungsprozeß und im pädagogisch verantwortlichen
Handeln außer acht zu lassen. Betroffen sind Kinder heute von allen genannten
Schlüsselproblemen allemal, teils direkt, teils indirekt. Und selbst dann, wenn sie
eben diesen Tatbestand noch nicht selbst formulieren können oder könnten oder als
vermeintlich selbstverständlich oder als unbeeinflußbares Schicksal hinnehmen würden -
Umweltzerstörung, Hunger in den Entwicklungsländern, Kriege, Arbeitslosigkeit bestimmter
Menschen und Menschengruppen, Vorurteile gegenüber Menschen anderer Kulturen,
anderer Hautfarbe usf., naive Technikbegeisterung -: Schule hat immer auch den Auftrag,
Aufklärung über noch nicht Bewußtgewordenes, noch Unbefragtes, noch vermeintlich
Selbstverständliches zu leisten, sofern daraus Folgen für heutiges und späteres Handeln,
vor allem Folgen für andere Menschen resultieren oder resultieren können. Gewiß,
Schule ist dabei an die kognitiven, die emotionalen und die moralischen Verstehens-
und Verarbeitungsmöglichkeiten der jeweiligen Entwicklungsstufe gebunden.
Nun gibt es in der Grundschul- und der Sachunterrichtspraxis und in der entsprechenden
Literatur der letzten 10 bis 15 Jahre bereits eine erhebliche Anzahl von überzeugenden
Exempeln, wie Grundschulkinder sich im Zusammenspiel von kognitiven, emotionalen und
handelnden Umgangs- und Zugangsweisen mit Schlüsselproblemen der genannten Art bzw.
mit wesentlichen Teilaspekten solcher Schlüsselprobleme auseinandersetzen können.
Ich erinnere z.B. an die eindrucksvolle Serie von Beiträgen zur Dritte-Welt-Situation in
der Zeitschrift "Grundschule" oder an die bereits zahlreichen Bespiele zur Einführung in
die Umweltproblematik, beides Beispielbereiche, in denen vielfach auch schon die Schrittfolge
vom Wahrnehmen von Problemen über erste Stufen des kognitiven Begreifens bis zu
kindgemäßen Handlungsformen durchgehalten worden ist. Wieweit es für andere Schlüsselprobleme
bereits Beispiele für grundschulgemäße Zugänge gibt, z.B. für die Problematik der
unbeabsichtigten Folgen technischer Entwicklungen, vermag ich nicht zu sagen; Sie
überschauen das wahrscheinlich besser.
Was ich mit der Einführung in konstitutive Teilaspekte eines Schlüsselproblems meine,
will ich noch kurz am Beispiel der Frage von Krieg und Frieden verdeutlichen.
Wenn ich recht sehe, so ergibt eine kategoriale Problemanalyse, daß dieser
Fragenkomplex mindestens drei Aspekte in sich birgt: Es geht zum einen um die Frage nach
makrosoziologischen und makropolitischen Ursachen von Friedensgefährdung oder aktuellen
Kriegshandlungen, d.h. um ökonomische Interessen als mögliche Kriegsursachen, nationalistisch
oder rassistisch oder fundamentalistisch motivierte Imperialismen, um Ungleichverhältnisse,
also auch um all das, was der norwegische Friedensforscher Johan Galtung als Verhältnisse
oder Formen "struktureller Gewalt" bezeichnet hat. Ein zweiter Aspekt betrifft die durch
solche makrosoziologischen und makropolitischen Bedingungen vermittelten gruppen-
und massenpsychologischen Ursachen aktueller oder potentieller Friedlosigkeit,
also kollektive Aggressionen, Feindbilder, Stereotypen, Vorurteile. - Drittens aber muß
Friedenserziehung - auf den eben genannten Zusammenhang von makrosoziologischen bzw.
makropolitischen und gruppen- bzw. massenpsychologischen Kriegsursachen bzw.
Voraussetzungen von Kriegsbereitschaft oder, gegenläufig, von Friedensbereitschaft
und Friedensengagement bezogen - die Frage aufwerfen, ob es heute noch moralische
Rechtfertigungen für Kriege gehen kann: als sogenannte ultima ratio in bestimmten
Konfliktsituationen, als sogenannte "gerechte" oder "heilige" Kriege, als Kriege um der
sogenannten nationalen Würde willen, als Bestrafungskriege, Verteidigungskriege usf.
Diese Rechtfertigungsfrage aber muß reflektiert werden angesichts der historisch
beispiellosen Vernichtungswirkung moderner Waffensysteme und der weitgehend unmöglichen
Begrenzung dieser Wirkungen auf sogenannte "kriegswichtige Ziele".
So viel skizzenhaft zu einer übergreifenden Kategorialanalyse. Ich vermute nun,
aber ich behaupte es damit nicht als erwiesen, daß die Auseinandersetzung mit der ersten
und dritten Problemdimension über die Möglichkeiten von Grundschulkindern hinausgeht.
Wohl aber halte ich es für möglich und für sinnvoll, didaktisch zu durchdenken und
unterrichtlich zu erproben, einführende Schritte in die zweite Problemdimension zu tun,
insbesondere in den gruppenpsychologischen Aspekt von Kriegsbereitschaft bzw.
Friedensbereitschaft und Friedensengagement. - Dieses Beispiel verweist überdies auf
eine generelle Konsequenz des Schlüsselproblem-Konzepts als eines die verschiedenen
Bildungsstufen übergreifenden Prinzips, nämlich auf eine mehrfache, schrittweise
vertiefende und erweiternde Auseinandersetzung mit solchen Problemen im Sinne eines
Spiralcurriculums.
Schließlich drängt sich von den bisherigen Ausführungen her noch eine
unterrichtsorganisatorische Konsequenz auf: Dem Teil des Unterrichts, der sich auf
Schlüsselprobleme im angedeuteten Sinne konzentriert, ist die 45-Minuten-Schulstunden-Schablone
ersichtlich unangemessen. Selbst die Blockung zu Doppelstunden kann nur ein - wenngleich
vielfach bereits begrüßenswerter - Zwischenschritt sein. Die angemessene Form ist der
Epochalunterricht. Stundenplantechnisch heißt das: Durch den Schulvormittag
von Halbtags- oder Ganztagsschulen müßte sich an allen oder den meisten Tagen der
Schulwoche ein Band von mindestens zwei Schulstunden, besser vielleicht noch: etwa zwei
Zeitstunden ziehen, das in erheblichem Umfang und in epochalem Wechsel der Auseinandersetzung
mit Themen, die an Schlüsselproblemen orientiert sind, vorbehalten wäre.
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Die zweite Orientierungsdimension des Sachunterrichts: Vielseitige Interessen- und Fähigkeitsförderung
An früherer Stelle meines Vortrages hatte ich betont, daß neben
dem bisher erörterten Schlüsselproblem-Gedanken auch für den Sachunterricht der Grundschule,
die Auswahl und Akzentuierung seiner Themen, ein weiteres Prinzip Geltung erhalten oder
behalten muß. Ich bezeichne es als "vielseitige Interessen- und Fähigkeitsförderung
durch die Entwicklung von elementaren Kategorien und Formen des Wirklichkeits- und
Selbstverständnisses von Grundschulkindern". Dieses Prinzip bildet die m.E. notwendige,
polare Ergänzung zum Schlüsselproblemprinzip. Denn so notwendig die zeitweilige Konzentration
auf jene risikobehafteten Schlüsselprobleme unserer modernen Welt schon in der Grundschule
ist, so würde sie, wenn man sie zum alleinigen Auswahlprinzip erklären wollte, doch die Gefahr
von Fixierungen, Blickverengungen, mangelnder Offenheit heraufbeschwören. Vor allem aber:
Die Konzentration auf Schlüsselprobleme ist notwendigerweise mit Anspannungen, Belastungen,
Anforderungen kognitiver, emotionaler und moralischer Art verbunden, die vor allem auch für
Kinder zur Überforderung und zur Einschränkung ihrer gegenwärtigen und zukünftigen
Möglichkeiten werden könnten, wenn sie die Bildungsprozesse ausschließlich bestimmen würden.
Es bedarf also der polaren Ergänzung durch eine Bildungsdimension, deren Themen und Lernformen
nicht primär durch ihren Beitrag zur Auseinandersetzung mit zentralen Zeit- und
Zukunftsproblemen gerechtfertigt sind, sondern die auf die Mehrdimensionalität menschlicher
Aktivität und Rezeptivität abzielen, auf die breite Entwicklung der kognitiven, emotionalen,
ästhetischen, sozialen, praktisch-technischen Fähigkeiten des jungen Menschen sowie seiner
Möglichkeiten, das eigene Leben an individuell wählbaren Sinndeutungen zu orientieren.
Dabei meint die hier vorgeschlagene Unterscheidung zweier bildungstheoretischer bzw.
didaktischer Orientierungsprinzipien keine schematische Abgrenzung, schließt Berührungsflächen
und Übergangszonen nicht aus.
Noch einmal: In der jetzt interessierenden Perspektive sollen Zugänge zu unterschiedlichen
Möglichkeiten menschlichen Selbst- und Weltverständnisses und zu verschiedenen kulturellen
Aktivitäten geöffnet werden, von der subjektiven Seite aus und im Vorblick auf spätere
Bildungsstufen betrachtet: zur Vielzahl möglicher, relativ frei wählbarer individueller
Interessenschwerpunkte.
Ich versuche, den Umkreis solcher Lernprozesse zur Entwicklung elementaren Welt- und
Selbstverstehens an einigen Fragen zu verdeutlichen, die Grundschulkinder stellen, sei es von
sich aus, sei es durch unterrichtlich arrangierte Beobachtungen und Problemstellungen dazu
angeregt. Natürlich sage ich Ihnen in den folgenden Beispielen nichts Neues; sie sind eher als
Vergewisserung über einen vermuteten Konsens zwischen uns gemeint: Wie es früher in der
Schule gewesen ist und warum es, wie die Eltern oder die Großeltern erzählen oder wie man es
in Geschichten lesen oder in Fernsehstücken sehen kann, damals anders war als heute? -Was ein
Polizist eigentlich alles darf und was er nicht darf? - Warum man auf einem Fahrrad schneller
als auf einem Roller fahren kann? - Warum im Gewächshaus die Pflanzen meistens früher und
schneller wachsen als im Garten? - Wo eigentlich das schmutzige Wasser vom Küchenabwasch,
aus dem Klo, aus den vielen Fabriken bleibt, und ob es stimmt, daß aus diesem Schmutzwasser
wieder sauberes Wasser gemacht werden kann? Aber wie soll das denn gehen? - Warum der Mond
manchmal rund und manchmal nur halb und manchmal nur wie eine schmale Sichel und manchmal gar
nicht zu sehen ist, auch wenn am Nachthimmel gar keine Wolken sind? - Bei welchen Gelegenheiten
und aus welchen Gründen es unter Kindern zum Streit kommt und wie man Streitigkeiten regeln
könnte? - Was in einer Familie anders wird, wenn Vater oder Mutter oder sogar beide
arbeitslos werden? - Warum sich die Erwachsenen eigentlich streiten, ob eine neue, große
Straße durch die Stadt hindurchgebaut werden soll oder außen herum oder überhaupt nicht? -
Warum manche Kinder in der Schule öfters Angst haben und ob man das nicht ändern kann? -
Was das Wort "Gastarbeiter" eigentlich bedeutet und warum es türkische, italienische,
spanische, portugiesische, jugoslawische Kinder in deutschen Schulen gibt? -
Die zuletzt genannten Beispiele liegen übrigens schon in jenen vorher angesprochenen
Überschneidungsfeldern zwischen den beiden übergreifenden Auswahlprinzipien.
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Übergreifende didaktische Prinzipien
An dieser Stelle gehe ich zu einem vorletzten Abschnitt meiner
Argumentation über. Denn mit den folgenden Überlegungen werden Fragen angesprochen,
die für die beiden in diesem Vortrag angesprochenen Aufgabendimensionen des Sach- und
Sozialunterrichts - Schlüsselproblem-Unterricht und vielseitige Interessen- und
Fähigkeitsentwicklung - gelten. Zunächst wende ich mich in der hier notwendigen Kürze einer
Programmformel zu, die seit etwa 20 Jahren erhebliche Auswirkungen auch auf die
Zielüberlegungen, die Richtlinienplanung, die inhaltliche Auswahl und auf methodische
Empfehlungen für den Grundschulunterricht und in seinem Rahmen für den Sachunterricht gehabt
und eine bis heute nicht abgeschlossene Diskussion ausgelöst hat. Ich meine die Forderung
nach "Wissenschaftsorientierung des Lehren und Lernens", ein Prinzip, das bekanntlich mit dem
Anspruch, für alle Stufen des Bildungswesens gültig zu sein, formuliert worden ist.5
An dieser Stelle muß ich mich auf sehr knappe Bemerkungen beschränken.
Wo das Prinzip der Wissenschaftsorientierung für die Grundschule letztlich im Sinne einer
vorgezogenen Verselbständigung von alten oder neuen Schulfächern verstanden worden ist
oder noch verstanden wird und wo innerhalb solcher Fachaspekte nun eine wie auch immer
geartete, tatsächlich oder mindestens vermeintlich von einer bestimmten Wissenschaftsdisziplin
abgeleitete Systematik zugrundegelegt wird - etwa in einem rein mengentheoretisch orientierten
Grundschul-Mathematiklehrgang oder einem Elementarlehrgang zur Einführung in
exakt-naturwissenschaftliches Denken usf.-, da liegt, didaktisch gesehen, ein Kurzschluß,
ein Mißverständnis des Prinzips der Wissenschaftsorientierung vor. Und das gleiche gilt dort,
wo ein fächerübergreifender oder besser: vorfachlicher Unterrichtsbereich wie der
Sachunterricht in der Grundschule in bestimmten Lehrplänen oder in den von etlichen
Schulbuchverlagen herausgebrachten Schülerarbeitsheften und den erläuternden
Lehrerhandreichungen (die, so fürchte ich, in vielen Klassen die dominierenden Steuerungsmedien
für das sind, was im Unterricht geschieht und wie es geschieht) letztlich doch
auseinanderfällt in eine Anzahl von verselbständigten Lehrgängen unter historischem,
erdkundlichem, sozialkundlichem, biologischem, physikalischem, chemischem Aspekt.
Die Addition von Lehrgängen, die tatsächlich ja auch gar nicht jeweils an "der"
Struktur einer wissenschaftlichen Disziplin, sondern bestenfalls an bestimmten
wissenschaftlichen Auffassungen von dieser Struktur orientiert sind, fördert keineswegs
ohne weiteres die Einführung des Kindes in das Verstehen seiner Erfahrungswelt und seiner
selbst. Denn deren unleugbare Beeinflussung durch Wissenschaften kann nicht zulänglich als eine
Summierung von direkten Anwendungen einzelwissenschaftlicher Methoden und
einzelwissenschaftlicher Erkenntnisse gedeutet werden.
Die Lösung der zweifellos schwierigen Aufgabe, das Prinzip der Wissenschaftsorientierung -
hier: für die Grundschule - didaktisch angemessen zu lösen, dürfte in einem Ansatz liegen,
dessen verschiedene Varianten unter den Begriffen des mehrperspektivischen und
problemorientierten Unterrichts erörtert und an etlichen Beispielen verdeutlicht worden sind.6
Im Zentrum eines solchen Unterrichts stehen Probleme, die entweder aus dem Erfahrungs-
und Interessenkreis der Schüler stammen oder deren Bedeutsamkeit für ihr eigenes
Wirklichkeits- und Selbstverständnis ihnen von den Lehrerinnen oder Lehrern verständlich
gemacht, für die ihr Interesse also geweckt werden kann, Man denke an die vorher
stichwortartig genannten Beispiele, etwa den Streit um die Straßenführung in einer
bestimmten Stadt. Ein erstes Durchsprechen des Problems kann hier bis zur Grenze dessen,
was man sozusagen mit dem kindlichen Alltagsverstand zur Sache sagen oder vermuten kann,
führen. Darüber hinaus führt bereits die Formulierung von offenen Fragen, die rahmenhafte
Benennung von Informationen, die man einholen müßte, schließlich die Einsicht, daß die meisten
Probleme unserer Lebenswirklichkeit von mehreren Perspektiven aus betrachtet werden können und
betrachtet werden müssen: In Kontroversen um die Verkehrsplanung etwa stecken nicht nur
technische Probleme, sondern wirtschaftliche Interessen, sozialpsychologische Gesichtspunkte,
so etwa in dem Anspruch von Bürgern auf eine relativ lärmfreie Wohnzone oder auf die
Erhaltung eines historisch gewachsenen Stadtteils, und es werden darin stadtgeografische
Bedingungen angesprochen. - Eben diesen Sachverhalt der Mehrperspektivität können
Grundschulkinder durchaus anhand konkreter Beispiele, die einen nicht zu hohen Komplexitätsgrad
aufweisen, begreifen bzw. entdecken, und sie können anhand gründlich durchgearbeiteter,
exemplarischer Fälle verallgemeinerbare, übertragbare Analyse- und Verstehensgesichtspunkte
gewinnen.
Hier liegt der Übergang zu einem letzten Abschnitt nahe, in dem ich auf vier
Unterrichtsprinzipien hinweisen möchte, die in meinem Vortrag mehrfach anklangen;
diese Grundsätze gelten, wechselseitig miteinander verbunden, wiederum für die beiden
von mir unterschiedenen Bildungs-Dimensionen.
Erstens: Das Prinzip des exemplarischen Lehrens und Lernens, d.h. also die Gestaltung eines
Unterrichts, in dem Schülerinnen und Schüler sich jeweils an wenigen, in ihrem
Erfahrungsbereich liegenden oder in ihn einzuführenden Beispielen das Verständnis mehr
oder minder verallgemeinerbarer Prinzipien, Einsichten, Gesetzmäßigkeiten, Zusammenhänge
erarbeiten können.7 Erst vom exemplarischen Lehren und Lernen her wird
orientierender bzw. informierender Unterricht sinnvoll. Im Hinblick auf das exemplarische
Lehren und Lernen ist es m.E. dringend notwendig, die Wagenschein'sche Frage nach
übergreifenden, sogenannten "Funktionszielen" und ihrer Konkretisierung auf der Ebene der
Verstehens- und Verarbeitungsmöglichkeiten von Grundschulkindern systematisch - als
kontinuierliches Arbeits- und Kooperationsvorhaben der Sachunterrichts - wieder aufzunehmen.
Zweitens: Methodenorientiertes Lernen, also die Aneignung von übertragbaren
Verfahrensweisen des Lernens und Erkennens sowie der Übersetzung von Erkenntnissen
in praktische Konsequenzen.
Drittens: Handlungsorientierter Unterricht, heute oft "praktisches Lernen" genannt.8
Präziser gefaßt, handelt es sich um die Verknüpfung zweier, polar aufeinander
bezogener Elemente: Auf der einen Seite geht es um
- das Probieren und Experimentieren mit Materialien und gegenständlichen Prozessen,
- das Montieren und Demontieren,
- das Beobachten, das Pflegen und den Umgang mit Pflanzen und Tieren,
- die mimische, gestische, situative und szenische Gestaltung,
- das Zeichnen, Skizzieren, Anlegen von Tabellen;
- das Modellieren, Basteln, gegenständliche Herstellen,
- die Bildcollage, das Fotografieren und ggf., die Videoaufnahme, das
Umgehen mit Tonband und Kassette,
- das Erkunden innerhalb und außerhalb der Schule,
- die Durchführung von kleineren oder längerfristigen Projekten.
Auf der anderen Seite aber muß es immer auch um die reflexive
Verarbeitung des im praktischen Zugang Erfahrenen gehen - in argumentierender
Erörterung und ggf. in kontroverser Auseinandersetzung - und dabei jeweils um erste
Schritte der Verallgemeinerung. Sie werden im Grundschulalter wohl vorwiegend auf jener Stufe
kognitiver Verarbeitung erfolgen müssen, die Jerome Bruner "ikonisch" genannt hat, d.h.
also im Medium einer bildhaften Sprache, etwa in der Form von Vergleichen und Analogien,
im Aufweis von Ähnlichkeiten bis zu Wenn-Dann-Beziehungen, weiter in einfachen, noch
bildartigen Strukturschemata, etwa vom Kreislauf des Wassers oder vom spiralförmigen
Sich-Aufschaukeln von Frustration und Aggression zwischen zwei miteinander streitenden
Kindergruppen, in gegenständlichen Funktionsmodellen, etwa vom Funktionieren einer
Pumpe oder einer einfachen Steuerung, weiter in Rollenspielen oder ähnlichen Formen der
vorbegrifflichen Symbolisierung.
Schließlich nenne ich als vierten Unterrichtsgrundsatz die Verbindung von sachbezogenem
und sozialem Lernen, die eine Skala von Aufgaben und Möglichkeiten umfaßt; ich deute
die wichtigsten wenigstens an:
- das kooperiende Lernen in Partner- und Kleingruppen;
- die Fähigkeit, anderen sachgemäß bei Schwierigkeiten im Lernprozeß helfen zu können;
man muß allerdings zugeben, daß eine praktisch hilfreiche Didaktik für Lehrerinnen und
Lehrer, das Helfen zu lehren, weitgehend erst erarbeitet werden muß;
- das Erlernen von rationalen Formen der Konfliktbewältigung;
- die Fähigkeit, sich auch in größere Gruppen mit Anregungen, Kritik, eigenen
Argumentationen einbringen zu können.
Oft bedarf ein solches, zugleich gegenstandsorientiertes
und soziales Lernen der Einbettung in den umfassenden Zusammenhang eines
erfahrungsstiftenden Schullebens; man denke z.B. an den Aufgabenbereich der
multikulturellen Erziehung im Zusammenleben von deutschen Kindern und Kindern ausländischer
Herkunft.
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Abschluß
Ich komme zum Schluß, Ihnen wird sich längst die Frage aufgedrängt haben,
was denn der Gesamtzusammenhang der hier skizzierten Überlegungen, sofern er hinreichend
begründet erscheint, hinsichtlich der Aufgaben der Lehrerbildung einschließlich der
Lehrerfortbildung bedeuten müßte, und dies angesichts der faktisch gegebenen Bedingungen.
Aber damit wäre das Thema für einen neuen Vortrag bezeichnet.
Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihrer Gesellschaft, die heute noch aus
der Taufe gehoben werden soll und deren Entwicklung ich im Rahmen meiner Möglichkeiten mit
lebhaftem Interesse begleiten möchte, einen guten Start.
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Anmerkungen
- Vgl. meinen Aufsatz "Das Problem der Didaktik" (Klafki 1963), bes. S. 26 ff -
Zum derzeitigen Problemstand vgl. Klafki 1993
- Vgl. dazu ausführlicher die beiden ersten Abhandlungen meiner "Neuen Studien zur
Bildungstheorie und Didaktik - Zeitgemäße Allgemeinbildung und kritisch-konstruktive
Didaktik" (Klafki 1991a): "Die Bedeutung der klassischen Bildungstheorien für ein
zeitgemäßes Konzept allgemeiner Bildung" und "Grundzüge eines neuen Allgemeinbildungskonzepts.
Im Zentrum: Epochaltypische Schlüsselprobleme".
- Vgl. dazu auch meinen Aufsatz "Aufgaben der Grundschule und der Grundschulreform" (Klafki 1986).
- Vgl. ausführlicher die in Anm. 2 genannte Abhandlung "Grundzüge eines neuen
Allgemeinbildungskonzepts..." (Klafki 1991a)
- Vgl. dazu meinen Aufsatz "Thesen zur Wissenschaftsorientierung des Unterrichts"
in dem in Anmerkung 2 genannten Band "Neue Studien zur Bildungstheorie und Didaktik ..."
(Klafki 1991b).
- Vgl. u. a. Giel/Hiller/Krämer (1974; 1975) - Dazu die entsprechenden, seit 1976
im Klett-Verlag erschienenen Teilcurricula mit "Lehrpaketen" zu den Themen
"Schule/Einschulung", "Post", "Supermarkt", "Geburtstag",
"Technischer Überwachungsverein", "Sprudelfabrik", "Fernsehen" u. a. - Dallmann/
Grabowski-Pamlitschka 1973 - Renner/Klein/Blumenstock 1983 - Renner 1982 - Vgl. auch
folgende Unterrichtseinheiten und -konzepte aus der Reihe "Marburger Grundschulprojekt
- Unterrichtseinheiten, -konzepte und -hilfen" (Weinheim 1980 ff.):
Waechter 1980 - Waechter 1982 - Stöcker 1980 - Grüber/Koch-Priewe 1984 -
Koch-Priewe/Stöcker/Klafki 1982 - Ausführlichere Überlegungen zur didaktischen Begründung und
zum Entstehungsprozeß dieser Einheiten enthält das Buch von W. Klafki u. a. (Klafki 1982).
- Vgl. dazu W. Klafki: "Exemplarisches Lehren und Lernen" (Klafki 1991c).
- Vgl. Fauser/Fintelmann/Flitner (Hrsg.) 1983 - Münzinger/Liebau 1987 -
Gidion/Rumpf/Schweitzer 1987 - Gidion/Rumpf/Schweitzer 1989 - Heftschwerpunkt
"Praktisches Lernen" der Zeitschrift für Pädagogik, 11. 6/1988, S. 729-797, bes. den
Beitrag von Lersch (Lersch 1988) - Edelhoff/Liebau 1988.
- Vgl. dazu auch den Sammelband von Klafki/Meyer/Weber (Hrsg.) 1981 und meinen Aufsatz
"Lernen in Gruppen - Ein Prinzip demokratischer und humaner Bildung in allen Schulen"
(Klafki 1992).
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Literatur:
- Dallmann, Gerhard/Grabowski-Pamlitschka, Silvia (1973):
Sachunterricht - Erfahrung und Emanzipation. Düsseldorf
- Edelhoff, Chr./Liebau, F. (1988):
Über die Grenze. Praktisches Lernen im fremdsprachlichen Unterricht. Weinheim/Basel
- Fauser, P./Fintelmann, K. J./Flitner, A. (Hrsg.) (1983):
Lernen mit Kopf und Hand. Weinheim
- Giel, Klaus/Hiller, Gotthilf G./Krämer, Hermann (1974; 1975):
Stücke zu einem mehrperspektivischen Unterricht. Aufsätze zur Konzeption 1 und 2. Stuttgart
- Gidion, J./Rumpf, H./Schweitzer, F. (1987):
Gestalten der Sprache. Deutschunterricht und praktisches Lernen. Weinheim/Basel
- Gidion, J./Rumpf, H./Schweitzer, F. (1989):
Gestalten der Sprache. Deutschunterricht und praktisches Lernen. Weinheim/Basel
- Glöckel, Hans (1988):
Was ist "Grundlegende Bildung". In: Schorch, G. (Hrsg.) (1988):
Grundlegende Bildung. Erziehung und Unterricht in der Grundschule. Bad Heilbrunn, S. 11-33
- Grüber, Gabriele/Koch-Priewe, Barbara (1984):
Bohren und Bohrer. Praktische und berufsorientierte Erfahrungen mit modernen
Handbohrgeräten im 4. Schuljahr. Marburger Grundschulprojekt - Unterrichtseinheiten,
-konzepte und -hilfen, H. 8. Weinheim
- Klafki, Wolfgang (1993):
Zum Verhältnis von Allgemeiner Didaktik und Fachdidaktik. In: Meyer, M./Plöger, W.
(Hrsg) (1993): Allgemeine Didaktik und Fachunterricht. Weinheim
- Klafki, Wolfgang (1992):
Lernen in Gruppen - Ein Prinzip demokratischer und humaner Bildung in allen Schulen.
In: Pädagogik 1992, S. 6-11
- Klafki, Wolfgang (1991a):
Neuen Studien zur Bildungstheorie und Didaktik - Zeitgemäße Allgemeinbildung und
kritisch-konstruktive Didaktik. 2. erw. Aufl. Weinheim
- Klafki, Wolfgang (1991b):
Thesen zur ‚Wissenschaftsorientierung' des Unterrichts. In: Klafki, Wolfgang (1991a): a.a.O., S. 162-172
- Klafki. Wolfgang (1991c):
Exemplarisches Lehren und Lernen. In: Klafki, Wolfgang (1991a): a.a.O., S. 141-161
- Klafki, Wolfgang (1986):
Aufgaben der Grundschule und der Grundschulreform. In: Erziehungswissenschaft -
Erziehungspraxis, 1986, S. 3-10. (gekürzt nachgedruckt unter dem Titel
"Ziele zeitgemäßer Grundschulpädagogik". In: Grundschule, 2/1989, S. 25-29)
- Klafki, Wolfgang u. a. (1982):
Schulnahe Curriculumentwicklung und Handlungsforschung, Forschungsbericht des
Marburger Grundschulprojekts. Weinheim
- Klafki, Wolfgang/Meyer, E./Weber, A. (Hrsg.) (1981):
Gruppenarbeit im Grundschulunterricht. Paderborn/München
- Klafki, Wolfgang (1963):
Das Problem der Didaktik. In: 3. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik.
Weinheim, S. 19-62 (nachgedruckt in: Klafki, Wolfgang (1975): Studien zur Bildungstheorie
und Didaktik. 11. erg. Aufl. Weinheim, S. 82-125, bes. S. 89 ff.)
- Koch-Priewe, Barbara/Stöcker, Hermann/Klafki, Wolfgang (1982):
Zur Geschichte des Bohrens und des Bohrers. Marburger Grundschulprojekt -
Unterrichtseinheiten, -konzepte und -hilfen, H. 9. Weinheim
- Köhnlein, W. (1990):
Über einige Beziehungen und gemeinsame Aufgaben von Fachdidaktik, Fachwissenschaft und
Allgemeiner Didaktik. Bestandsaufnahme und Analyse. In: Keck, R. W./ Köhnlein, W./Sandfuchs,
U. (Hrsg.) (1990): Fachdidaktik zwischen Allgemeiner Didaktik und Fachwissenschaft.
Bad Heilbrunn, S. 40-60
- Lersch, R. (1988):
Praktisches Lernen und Bildungsreform. Zur Dialektik von Nähe und Distanz der Schule
zum Leben. In: Zeitschrift für Pädagogik, 6/1988, S. 781-797
- Münzinger, W./Liebau, E. (1987):
Proben aufs Exempel. Praktisches Lernen in Mathematik und Naturwissenschaften. Weinheim/Basel
- Reble, A. (1971):
Geschichte der Pädagogik. Dokumentationsband II. Stuttgart, S. 527 f.
- Renner, Erich/Klein, Heinrich/Blumenstock, Leonhard (1983):
Sachunterricht konkret. (24 Unterrichtsbeispiele aus den Bereichen "Soziale Umwelt"
und "Natürliche Umwelt"). Heinsberg
- Renner, Erich (1982):
Entwurf einer sozialisationsorientierten Konzeption von Sachunterricht - zugleich ein Beleg
für die Notwendigkeit der Thematik "Dritte Welt". In: Renner, Erich (Hrsg.) (1982):
Akzente für den Unterricht in der Primarstufe. Heinsberg, S. 201-231
- Rother, Ilse (1980):
Inhalte grundlegender Bildung zwischen Fachanspruch und Erziehungsauftrag.
In: Haarmann, Dieter (Hrsg.) (1980): Die Grundschule der achtziger Jahre. Beiträge
zur Reform der Grundschule, Bd. 43/44. Frankfurt/M., S. 185-195
- Schleiermacher, F. D. (1957):
Die Vorlesungen von 1826. In: Weniger, E. unter Mitarbeit von Schulze, Th. (Hrsg.)
(1957): Pädagogische Schriften, Bd. 10. Düsseldorf/München
- Stöcker, Hermann (1980):
Haustierhaltung am Beispiel der Kaninchen. Marburger Grundschulprojekt - Unterrichtseinheiten,
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- Waechter, Hartmut (1982):
Konstruieren, Kooperieren, Selbstgesteuert Lernen. Bauen mit Bausteinen. Marburger
Grundschulprojekt - Unterrichtseinheiten, -konzepte und -hilfen, H. 6. Weinheim
- Waechter, Hartmut (1980):
Wie einer zum Räuber wird. Marburger Grundschulprojekt - Unterrichtseinheiten,
-konzepte und -hilfen, H. 5. Weinheim
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