Studientagung 2006:
Sache(n) des Sachunterrichts X:
Ökonomie im Sachunterricht

Zur Tagung am 7. und 8. 7. 2006 in der Landvolk-Hochschule Friedrichsdorf laden ein:

Johann Wolfgang Goethe- Universität Frankfurt a.M.
Fachbereich Erziehungswissenschaften
- Arbeitskreis Sachunterricht

Gesellschaft für Didaktik des Sachunterrichts e.V.
Arbeitsgruppe Außenperspektiven auf den Sachunterricht












Zum Gegenstand der Tagung

Gegenwärtig lassen sich zur politischen Bildung im Sachunterricht der Grundschule mehrere, zum Teil divergierende Entwicklungen verfolgen:
VertreterInnen des Faches fordern eine Wiederbelebung politischer Bildung im Sachunterricht während die Kultusministerien in einigen Bundesländern versuchen, in ihren Richtlinien den gesellschaftswissenschaftlichen Teil des Sachunterrichts zurückdrängen.
Eine neue fachdidaktische Diskussion über die Aufgaben politischer Bildung wird sich verstärkt ökonomischen Fragen stellen müssen; die Antworten werden sich nicht in einer traditionellen Konsumerziehung erschöpfen können.
Fragen der Ökonomie sind angesichts der Globalisierung und ihrer Folgen auch für die wirtschaftliche und gesellschaftliche Situationen in Deutschland zum Kernthema der politischen Auseinandersetzung geworden, wie der Bundestagswahlkampf und die Koalitionsverhandlungen 2005 gezeigt haben.
Die Orientierung an Logiken des Wirtschaftens hält auch zunehmend Einzug in die Organisation von Hochschulen und Schulen.
Eine ökonomische Bildung scheint deshalb als notwendig und gehört als Grundbildung aus unserer Sicht bereits zu den Aufgaben des Sachunterrichts in der Grundschule. Die zunehmende gesellschaftliche Zuweisung von Verantwortung an Individuen für ihre erfolgreiche Erwerbsbiographie bedeutet für den Einzelnen Anforderungen an die Gestaltung seines Bildungsprozesses im Rahmen eines lebenslangen Lernens. Dies wiederum setzt die Kenntnis ökonomischer Rahmenbedingungen und ökonomischer Theorien voraus. Wir sind der Meinung, Wissen über ökonomische Zusammenhänge gehört in einer kapitalistischen Wirtschaftsordnung im Kontext einer demokratischen Gesellschaft zu den notwendigen und bisher eher vernachlässigten Aufgaben von Schule insgesamt und damit auch von Grundschule.
Für die 10. Tagung der Reihe "Sache(n) des Sachunterrichts" haben wir mit Prof. Bernd Senf und Prof. Hans Kaminski ökonomische Kompetenz eingeladen, die uns über die Grundannahmen ökonomischer Theorien aufklären wird. Angesichts der in Deutschland herrschenden Diskussion beinhaltet dies u.a. auch eine Darstellung der Theorie des Neoliberalismus wie eine Kritik an dessen Grundannahmen.
In der anschließenden Diskussion soll überlegt werden, welche Ansprüche die fachwissenschaftliche Theoriebildung im Bereich "Ökonomie" an die sachbildende Arbeit mit Kindern stellt.
Das Tagungsthema reduziert sich damit nicht auf ökonomische Modelle, ihre Logiken und Anforderungen an den schulischen Sachunterricht, sondern fokussiert Ökonomie unter einem erweiterten gesellschaftspolitischen Blickwinkel. Damit greift die Tagung über den Bereich Schule und Sachunterricht hinaus, verweist auf die Schule als politisch dominierten Raum und auch auf die - zugegebener Maßen problematische - Frage: Wie wollen wir zusammenleben?
Auf welches Bild gesellschaftlichen Zusammenlebens in Deutschland oder auch global kann sich der Sachunterricht berufen?


Wie in jedem Jahr besteht neben den gemeinsamen Diskussionen genügend Zeit für das informelle Gespräch.

Wir würden uns freuen, mit Ihnen um "Ökonomie und Gesellschaft im Sachunterricht" zu ringen und laden Sie herzlich nach Friedrichsdorf ein.



Gerold Scholz & Marcus Rauterberg


Die Referenten:

Dr. Bernd Senf ist Professor für Didaktik der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin und Autor zahlreicher Sachbücher zur Ökonomie u.a. Die blinden Flecken der Ökonomie (dtv 2001).
Dr. Dr. h.c. Hans Kaminski ist Professor an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und dort Direktor des Instituts für Ökonomische Bildung und Technische Bildung. Forschungsschwerpunkte liegen u.a. in bildungstheoretischen Fragen der ökonomischen Bildung in allgemein bildenden Schulen und der Untersuchungen zum Verhältnis von Fachwissenschaft und Fachdidaktik in der ökonomischen Bildung.

Programm

Freitag, 07.07.2006:
 
13.30 Begrüßung
14.00 Prof. Dr. B. Senf:
"Papa, woher kommt eigentlich das Geld? Und warum wächst es auf der Bank immer mehr?"
Ökonomische Aufklärung für Kinder und Erwachsene
15.30 Kaffeepause
16.00 Prof. Dr. H. Kaminski: Fachwissenscahftliche Grundlagen ökonomischer Bildung inm der Grundschule
17.30 Gegenreden:
Stellungnahmen der Referenten
19.00 Abendbrot
20.00 Diskusssion:
Ökonomie - (noch) ein Bezugsfach für den Sachunterricht?
21.00 Gelegenheit zum informellen Gespräch
 
Samstag, 08.07.2006:  
9.00 Sachunterricht und ökonomische Bildung - ökonomische Bildung und Sachunterricht: Potentiale und Grenzen einer Verbindung
10.30 Kaffeepause
11.00 Fortsetzung der Diskussion
12.30 Mittagessen und Ende
 

Anmeldung über:

J. W. Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Fachbereich Erziehungswissenschaft
Inst. für Pädagogik der Elementar- und Primarstufe
z.H. Frau Weinmann
Senckenberganlage 15
60054 Frankfurt
Tel.: 069- 798 28137

Kosten:
Für Übernachtung und Verpflegung entstehen Kosten von 93,40 Euro für Vollpension im Einzelzimmer und 75,00 (p.P.) Euro für Vollpension im Doppelzimmer, die bei der Ankunft zu entrichten sind.

Tagungsort:
Hessische Landvolk-Hochschule
Lochmühlenweg 3
61381 Friedrichsdorf/ Taunus
Tel.: 06172/ 7106-121

Anreise:

Mit der Bahn:
Bis Frankfurt (Hbf.), Weiterreise mit der S-Bahnlinie 5 bis Friedrichsdorf oder bis Friedberg mit der Fernbahn, Weiterreise mit dem Nahverkehrszug nach Friedrichsdorf

Mit dem Auto:
Aus südlicher und nördlicher Richtung über die A5, Ausfahrt Friedberg weiter in Richtung Friedrichsdorf.
Im Ort den Hinweisen zum Haus der Landwirtschaft folgen.
























   
   
   
   
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