Arbeitsgruppe "Außenperspektiven auf den Sachunterricht"
Rueckblick auf die Studientagung 2002: Sache(n) des Sachunterrichts VI:
"Die Beziehung zwischen Welt und Bild im Sachunterricht"




Die sechste Studientagung des Arbeitskreises Sachunterricht an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt und der GDSU Arbeitsgruppe "Außenperspektiven auf den Sachunterricht" fand in diesem Jahr am 28. und 29. Juni in Friedrichsdorf statt. Erstmals wurde anstelle von ReferentInnen, die einen Standpunkt außerhalb des Sachunterrichts referieren und für den Sachunterricht zur Diskussion stellen, mit Dr. Hartmut Wedekind ein Moderator eingeladen. Er leitete die Tagung mit der Methode "open space": Diese läßt nicht ein vorgegebenes Thema diskutieren, sondern fragt zunächst nach den aktuellen Interessen der TeilnehmerInnen am Sachunterricht. Zahlreiche Vorschläge, die von der Ermittlung "verbindlicher Inhalte des Sachunterrichts" bis zu "Einbeziehung einer interkulturellen Perspektive von Kindern in den Sachunterricht" reichten, wurden vorgestellt. Als Beispiele seien genannt:  
  • Welche Bedingungen ermöglichen es Lernenden die Sachen zu ihren eigenen zu machen?
  • Welche Ansprüche sind an einen Beitrag zum Sachunterricht zu stellen, um ihn als wissenschaftlich-theoretischen Beitrag anzuerkennen?
  • Welchen Stellenwert soll die Ästhetik im Sachunterricht einnehmen?
  • Ist eine methodische Verzuckerung im Sachunterricht unabdingbar?
 
Als zentrale Fragen ergaben sich durch die Gruppenbildung gewissermaßen "per pedes":
  • Was ist ein Baum?
  • Was ist ein Computer?
Beide wurden sowohl unter erkentnistheoretischer als auch didaktischer Perspektive diskutiert. Die didaktische Perspektive fragte nach Vermittlungsmöglichkeiten der Gegenstände "Baum" und "Computer". Dafür setzte sie vorhandene, durchaus verschiedenartige Wissensbestände voraus. Die erkenntnistheoretische Perspektive fragte demgegenüber zunächst nach der Konstitution beider Phänomene und deren Bedingungen. Auch für didaktische Zusammenhänge ließen sich verschiedene Möglichkeiten der Konstitution von Baum und Computer differenzieren. Die zunächst sehr verschieden erscheinenden und durch die Didaktik in sehr unterschiedlichem Maße aufgegriffenen Phänomene, stellten sich in einer erkenntistheoretischen Perspektive beide als artifizielle Produkte dar. Die Ergebnisse aus den Diskussionsgruppen, so fordert es die Tagungsmethode, werden allen TeilnehmerInnen schriftlich zugänglich gemacht. Anhand eines von Ansgar Häußling eingebrachten konkreten Verfahrensvorschlages wurde in einem zweiten Diskussionsdurchgang experimentell untersucht, ob sich Sachverhalte aus einer gegebenen Struktur entwickeln lassen. Aus den zwei Bereichen "Welt" und "Ich" soll darin über mehrere Stufen eine "Einheit ' Welt-Sache-Ich' " synthetisiert werden. Die Fragen nach Baum und Computer konnten nicht abschließend geklärt werden, doch zeigten sich gewisse Diskussionsstränge, die weiterverfolgt werden sollen. Das Verfahren "open space" sieht die Möglichkeit vor, Gesprächsansätze über die Tagung hinaus zu bearbeiten. In der Abschlußrunde am zweiten Tag haben sich Arbeitsgruppen gebildet, die sich u.a. mit den angesprochenen Aspekten und dem diskutierten Verfahren weiter beschäftigen werden. Diese Diskussionen und deren Ergebnisse werden in die siebte Studientagung "Sache(n) des Sachunterrichts" am 27.6. und 28.6. 2003 in Friedrichsdorf einfließen.
 
   
Friedrichsdorf 28.06.2002  
   
   
   
   
   
   
   
Zur Startseite Haftungs-
ausschluss
Impressum